Ihr Lieben da draußen,
die Tage vergehen…die Wochen…die Monate…die Jahre…

Auch wir, LEICA, ROBBY, GABO, ASENNA und ROGER, die Langzeitbewohner des Tierheims Velbert, haben nur ein einziges Leben, und eine beträchtliche Zeit davon haben wir schon im Tierheim verbracht.

Oft erleben wir, wie einer unserer Hundekumpels, die mit uns im Hundehaus wohnen, in sein neues Zuhause geht. Oh ja, wir spüren genau, dass es kein gewöhnliches Gassi-Gehen ist, zu dem der Glückliche abgeholt wird, sondern dass es DER große Tag ist, von dem wir alle hier träumen. Dann ist die Luft erfüllt von Aufregung und Freude. Ein kleiner Funke davon fällt auch auf uns ab, die wir zurückbleiben müssen, und er lässt in uns eine Ahnung aufkommen, wie unglaublich schön das sein muss, endlich seine Menschen gefunden zu haben.

Daher haben wir beschlossen, unsere Sekretärin mal einen Brief für uns schreiben zu lassen, der dann ins Internet kommt. Wir wissen zwar nicht, was das genau ist; aber wir stellen es uns so vor, dass der Brief in die Welt hinausfliegt und ganz viele Menschen erreicht. Auf diese Weise hoffen wir, diejenigen Menschen endlich zu finden, die über viel Hundeverstand verfügen und uns ein Zuhause geben möchten.

Denn wir haben die lange Zeit hier im Tierheim nicht ungenutzt verstreichen lassen! Wir haben mit Hilfe unserer Betreuerinnen und der treuen ehrenamtlichen Gassigeher/innen, die sich täglich um uns kümmern, viel gelernt. Viele unserer tollen Eigenschaften und Fähigkeiten sind zum Vorschein gekommen. Und die möchte ich, der Roger, Euch mal vorstellen.

Seht zum Beispiel den ROBBY: Der ist wirklich ein verblüffend kluger Kopf! Er möchte Aufgaben lösen, sich Herausforderungen stellen, seinen Menschen gefallen. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie das ist – die meiste Zeit des Tages das alles nicht unter Beweis stellen zu können?

Einige von uns brauchen bestimmte äußere Bedingungen für ein artgerechtes Leben: So braucht der GABO als Herdenschutzhund natürlich Auslauf und ein Grundstück, das er bewachen darf. Obwohl er so ein lieber und auch wunderschöner Kerl ist, wartet er schon länger als 2 Jahre hier. Er ist sanft zu Menschen und geht vorbildlich an der Leine. Beim Bürsten legt er sich genüsslich auf die Seite und schläft vor lauter Wohlbehagen fast ein!

Auch ASENNA, die ebenfalls schon über 2 Jahre hier ist, benötigt als Kangalhündin viel Aufenthalt im Freien, einen umzäunten Garten und natürlich eine Aufgabe.  Mit vertrauten Menschen schmust sie gern, doch ihre imposante Erscheinung von gut 50 kg muss beim Spaziergang auch sicher geführt werden können!

Nun möchte ich Euch von LEICA erzählen. Sie vereint in sich all die guten Eigenschaften des Schäferhundes. Voller Dankbarkeit nimmt sie Zuwendung an. Trotzdem ist Leica schon unfassbare 5 Jahre im Tierheim! Leica braucht aufgrund ihrer Unsicherheiten und Ängste einen sehr verantwortungsbewussten Menschen mit viel Hundekenntnis, der Sicherheit ausstrahlt und mit liebevoller Konsequenz weiter mit ihr arbeitet. Die Anforderungen sind hoch, der Weg ist lang und nicht einfach. Aber es muss doch irgendwo einen Menschen geben, der nicht als erstes den Maulkorb sieht, sondern das Tier, das dahintersteckt!

Ihr seht schon – wir alle haben mehr oder weniger unsere Probleme, und die möchten wir auch nicht verhehlen, sie stehen in unseren Vorstellungstexten. Und wenn Ihr einen von uns kennenlernen wollt, Fragen habt und so weiter, dann erzählen Euch unsere Betreuerinnen hier natürlich gern mehr über uns und begleiten das Kennenlernen.

Zum guten Schluss – ich selbst, der ROGER.  Nun, was soll ich über mich selbst sagen? Ich weiß nicht, was ich falsch mache, dass es mir in fast 3 Jahren nicht gelungen ist, das Herz eines Menschen zu erreichen. Dabei begrüße ich die Besucher doch schon freundlich am Gitter meines Zwingers! Was soll ich denn sonst noch machen…ich weiß es einfach nicht. Ich bin kein Jäger und kein Kläffer, gehe vorbildlich an der Leine und kenne alle Kommandos. Wenn man mir nur die Chance gäbe – ach, ich würde so gern zeigen, dass ich ein ganz lieber, angenehmer Mitbewohner bin!

Bitte, vergesst uns nicht. Wir wissen ja, dass unsere Betreuerinnen es uns hier so angenehm und erträglich wie möglich machen, aber ein Tierheim kann niemals ein richtiges Zuhause ersetzen. Vielleicht kennt Ihr ja auch jemanden, der genau der richtige Mensch für einen von uns wäre! So ein richtiger „Hunde-Mensch“, der sich mit Kopf und Herz der Aufgabe hingibt, den treuen Begleiter in uns zu entdecken, und der aus Versehen bloß noch nicht ins Tierheim Velbert gekommen ist…

Danke, Ihr lieben Tierfreunde, für Eure Zeit. Danke, dass Ihr unseren Brief gelesen habt, denn der ist ja ganz schön lang geworden. Wir wollen nicht traurig sein, obwohl das manchmal schwer ist. Glaubt Ihr an kleine Wunder? Wir schon. Wir haben hier schon das eine oder andere davon erlebt. Daher hoffen wir, dass so ein kleines Wunder auch zu uns kommt. Eines Tages. Für ROBBY. Für ASENNA. Für GABO. Für LEICA. Und für mich, den ROGER. Und wenn es passiert, dann leuchtet die ganze Welt.

Hoffnungsvolle Grüße nach da draußen,

Robby, Asenna, Gabo, Leica und Roger

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